Lichtenfels-Klosterlangheim. Auf ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres wurde von der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Arbeit im Jahre 2016 in den Gremien des Landkreises ins Visier genommen.Dabei wies Fraktionssprecher Bernhard Christoph auf die Schwerpunkte des vergangenen Jahres hin, dem Neubau des Klinikums, der Neuordnung des Nahverkehrs, der Neuordnung der Abfallwirtschaft, die Planungen im Tourismus und die Neubauplanungen bei den Kreisstraßen.
Der Fraktionssprecher lobte die intensive Kostenkontrolle des Bauausschusses Klinikum bei der Großbaustelle des Landkreises, die ihren Zweck offensichtlich gut erfülle. Er erinnerte aber eindringlich daran, dass beim neuen Klinikum nicht lediglich die erforderlichen Zahlenwerte erfüllt werden dürfen, um das Prädikat „Green Hospital“ zu erhalten. Vielmehr sollen die Besucher und die Kunden, sprich Patienten; das Haus verlassen und das Gefühl empfinden in einer modernen Einrichtung gewesen zu sein. Gefühle würden in der Politik eine unterschätzte Rolle spielen. Sofern nicht zufriedenstellend erfüllt, würden sie viele Menschen den Populisten in die Arme treiben. Nach Meinung des Fraktionssprechers würde sich ein gutes Gefühl für das neue Klinikum einstellen, wenn das Personal, weil selbst mit seinem Arbeitsplatz zufrieden, wie bisher so auch zukünftig gute Arbeit leiste. Wesentlich wären ebenso viele ansprechende Grünflächen und leichte Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Bus sowie gut belichtete und ausreichende Parkflächen. Zudem solle das Klinikum mit einer interessanten Gastronomie zu einem beliebten Treffpunkt im Landkreis werden.
Kreisrätin Maria Geißler-Wiener aus Weiden meinte, dass der Landkreis bei der Neuordnung des Nahverkehrs in vorbildlicher Weise neue Wege beschreiten würde. Durch die Beteiligung der Bevölkerung und ihrer Kreisräte wäre ein revolutionärer Nahverkehrsplan entstanden. Dafür müsse man nun die Geduld zur Umsetzung aufbringen. Mathias Söllner, Kreisrat aus der Kreisstadt, verwies allerdings auf die dringende Notwendigkeit dieses Plans, da der Landkreis ländlich strukturiert sei und Abwanderungstendenzen in die Stadt bereits erkennbar wären. Dem könne ein guter Nahverkehrsplan entgegenwirken und die Lebensqualität in der Fläche deutlich verbessern. Kreisrat Christoph lobte in diesem Zusammenhang den Landrat für seinen konsequenten Weg, ebenso wie den Kreistag für die Unterstützung desselben. Er kritisierte jedoch die dafür vorgesehene personelle Ausstattung. Ein so gewichtiges Segment im Aufgabenspektrum des Landkreises wäre nicht ohne eigens zuständiges Fachpersonal zu bewältigen.
Die Neuordnung der Abfallwirtschaft ist für Kreisrat Valentin Motschmann aus Schönbrunn ein wesentliches Erkennungsmerkmal einer guten Umweltpolitik. Zwar kranke nach seiner Meinung die Müllvermeidung in Deutschland, die Abfallbewirtschaftung sei dank der Landkreise jedoch gut aufgestellt. Der Kreisvorstandssprecher der Grünen erklärte, dass es richtig wäre, sich im Landkreis Lichtenfels rechtzeitig um die entsprechende Neuausrichtung zu kümmern. Allerdings wäre es ein schmaler Grat zwischen Bürgerfreundlichkeit und Umweltschutz. Umweltschutz sei der nachhaltige Schutz der Bürger vor ihren eigenen Versäumnissen. Deshalb müsse er Vorrang haben vor der Bürgerfreundlichkeit. Der Landkreis Lichtenfels könne hier noch besser werden, wenn er eine Mengen bezogene Müllgebühr einführen würde.
Auf Nachfrage von Maria Geißler-Wiener berichtete Fraktionssprecher Christoph zu den geplanten Straßenbauprojekten, dass der Landkreis im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße LIF 12 Ortsumfahrungen bei Wunkendorf und Modschiedel plane. Nachdem die Stadt Weismain gleichzeitig eine sogenannte Umgehung plane, würde damit zusätzlicher Verkehr in die südlichen Stadtgebiete fließen. Diese Planungen fänden nicht die Zustimmung der Grünen. Allerdings gäbe es im Fall Weismain ein Gerichtsurteil mit Baurecht für die Stadt. Somit wären rechtliche Fakten geschaffen. Damit nun nach dem Bau der Straße in Weismain nicht der Verkehr ungebremst in das schützenswerte Kleinziegenfelder Tal einfiele, könne sich die grüne Fraktion dem Ausbau der LIF 12 nicht mehr verweigern. Allerdings bestehen alle grünen Kreisräte auf eine Sperrung des Kleinziegenfelder Tals für den durchgängigen Schwerverkehr bereits vor Schammendorf, von der Abzweigung nach Wohnsig und nicht erst von der Abfahrt nach Arnstein aus.
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